Ich woltle ja schon imer mal einen Eintrag über die Beziehung von Österreich zu seiner Neutralität schreiben, da diese doch sehr ambivalent ist. Streng genommen ist die Neutralität ja bereits spätestens seit dem Beitritt zur EU obsolet, wenn man bedenkt, dass darin festgeschrieben wurde, dass Österreich keiner Wirtschafts- oder Militärunion beitreten darf. Nur will man das in Österreich oft einfach nicht wahrhaben. Seien wir doch einmal ehrlich: Manchen Dingen gegenüber kann man auch einfach nicht neutral sein (ein Beispiel wäre der Terrorismus, ein anderes die Menschenrechtsverletzungen in manchen Ländern). Und bei wiederum anderen Dingen sind wir es freiwillig nicht (Beitritt zur EU, etc...). Das Problem, dass ich mit der Neutralität - oder vielmehr mit der Auslegung derselben - habe, ist die Art und Weise, wie sie von manchen Menschen in Österreich ausgelegt wird. Es kommt mir so vor, als würde sie bei heiklen Situationen immer nur dann aus der Mottenkiste hervorgeholt werden, wenn es den österreichischen Politikern zu brisant wird, damit wir uns so bequem aus der Verantwortung stehlen können. Wenn dann einige Zeit vergangen ist und wir wieder mitspielen wollen, dann ist sie plötzlich kein Thema mehr, die Neutralität.
Ich bin mir vollkommen bewusst, dass ich mit meiner Meinung in der Minderheit bin, aber ich finde wir sollten die Neutralität entweder radikal überdenken oder gleich abschaffen. In ihrer jetzigen Form haben wir sie schon vor Jahren de facto zu Grabe getragen.
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